Neusilber ist eine silberweiß glänzende Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Sie enthält typischerweise etwa 47 bis 64 Prozent Kupfer, zehn bis 25 Prozent Nickel und 15 bis 42 Prozent Zink. Neusilber wird im Uhrenbau vor allem für Gestellteile, Platinen und Brücken von Uhrwerken verwendet. Bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte Ferdinand Adolph Lange diese Legierung ein, da sie gegenüber dem damals üblichen Messing oder gehärtetem Stahl wichtige Vorteile bietet.

Bereits Ferdinand Adolph Lange setzte bei Lange auf Neusilber bei der Werkfertigung.

Bereits Ferdinand Adolph Lange setzte bei Lange auf Neusilber bei der Werkfertigung. ©Lange Uhren GmbH

Neusilber ist härter und verschleißfester als Messing, was besonders für feine, kleine und delikate Uhrwerksteile vorteilhaft ist. So können sehr stabile sowie präzise Teile hergestellt werden, die minimalste Spielräume in komplizierten Uhrwerken zulassen. Es lässt sich gut schleifen, polieren, gravieren und dekorieren, was ein ästhetisch ansprechendes Finish erlaubt.

Das schimmernde Neusilber lässt sich sehr gut und attraktiv veredeln.

Das schimmernde Neusilber lässt sich sehr gut und attraktiv veredeln. ©Lange Uhren GmbH

Das Material oxidiert kaum, was eine galvanische Beschichtung wie Vergoldung oft überflüssig macht. Neusilber altert sehr langsam und entwickelt dabei eine dezente Patina, aber keine starke Korrosion wie reines Kupfer oder Messing. Das enthaltene Nickel macht die Legierung besonders korrosions- und anlaufbeständig, so dass sie auch über Jahrzehnte keine nennenswerten Materialverluste aufweist. Die matte und würdig wirkende Patina die dabei mit der Zeit entsteht, wird von Sammlern sehr geschätzt.

Bei der Werkmontage von Komponenten aus Neusilber müssen Fingerlinge oder Handschuhe getragen werden.

Bei der Werkmontage von Komponenten aus Neusilber müssen Fingerlinge oder Handschuhe getragen werden. ©Lange Uhren GmbH

Neusilber zeigt Fingerabdrücke und andere Rückstände besonders deutlich – daher sollten alle Arbeiten stets mit Handschuhen oder Fingerlingen erfolgen, um eine einheitliche Patina zu fördern und Flecken zu vermeiden. Trotz seines Namens enthält Neusilber kein echtes Silber, sondern sieht diesem aufgrund des Nickelgehalts optisch sehr ähnlich. Es wird unter verschiedenen Namen wie Alpaka, Argentan, German Silver oder Germanisches Silber geführt.

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