Unter Rhodinieren versteht man das Überziehen von Metallen mit einer hauchdünnen Schicht Rhodium, in der Regel im galvanischen Verfahren.

Platinen, Brücken und Kloben bestehen üblicherweise aus Messing und werden nach der mechanischen Bearbeitung galvanisch mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen.

Platinen, Brücken und Kloben bestehen üblicherweise aus Messing und werden nach der mechanischen Bearbeitung galvanisch mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen.

Es ist ein beliebter Ferigungssschritt in der Veredelung von Werkteilen. Rhodium ist ein chemisches Element aus der Platingruppe, silberweiß, hart und extrem korrosionsbeständig. Entdeckt wurde es 1803 von William Hyde Wollaston, benannt nach dem griechischen »rhodon« für »rosarot«, weil viele Rhodiumverbindungen eine rötliche Färbung zeigen. Das Werkstück wird gründlich gereinigt, entfettet und gegebenenfalls in einem Aktivierungsbad von Oxidschichten befreit.

Das Rhodinieren erfolgt in einem galvanischen Verfahren.

Das Rhodinieren erfolgt in einem galvanischen Verfahren.

Anschließend kommt es in ein Elektrolytbad mit gelöster Rhodiumverbindung, wird als Kathode geschaltet und unter Strom gesetzt, sodass sich eine wenige Mikrometer dünne Rhodiumschicht gleichmäßig abscheidet. Für kleine Partien, etwa Retuschen an Indizes, nutzen Uhrmacher gelegentlich Stiftgalvanik, bei der das Rhodium punktuell mit einem getränkten »Stift« aufgetragen wird. In der Uhrenindustrie erhalten Gehäuse und Bänder aus Weißgold durch Rhodium ein helles, platinähnliches Finish und sind besser vor Anlaufen und Korrosion geschützt. Im Werk werden Messingplatinen und -brücken häufig rhodiniert, um sie optisch aufzuwerten und gleichzeitig die Oberfläche härter und widerstandsfähiger zu machen – eine Entwicklung, die klassische Vergoldungen in vielen Großserienkalibern verdrängt hat.

Omega Kaliber 8938

Die hauchdünne Schicht aus Rhodium hebt Veredelungen des Werkes wie den Genfer Streifenschliff hervor.

Rhodinierte Oberflächen wirken besonders hell, neutralweiß und spiegelnd, heller als viele Weißgoldlegierungen und mit fast »chromartigem« Glanz. Die Rhodiumschicht ist sehr hart, erhöht Kratzfestigkeit und Lebensdauer der Oberfläche und wirkt als Barriere gegen Oxidation und Verfärbungen. Für Träger mit empfindlicher Haut ist Rhodium zudem attraktiv, da es als Edelmetall hypoallergen ist und problematische Legierungsbestandteile zuverlässig abdeckt. Dass Rhodium zu den teuersten Edelmetallen überhaupt zählt, macht eine hochwertige Rhodinierung in der Kommunikation schließlich selbst zu einem feinen, wenn auch mikrometerdünnen Luxusdetail.

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