Die GMT-Funktion entstand in den frühen 1950er‑Jahren aus den Anforderungen der zivilen Luftfahrt, als Langstreckenflüge zunahmen und Piloten neben der jeweiligen Lokalzeit auch eine konstante Referenzzeit – damals GMT/Heimatbasis – im Blick behalten mussten.
1953 brachte Glycine mit der Airman eine der ersten Armbanduhren auf den Markt, die speziell für Piloten eine 24‑Stunden-Anzeige mit zusätzlicher Zeitzonenfunktion verband und damit das Konzept der Mehrzonen‑Uhr vorwegnahm. 1954 folgte Rolex mit der GMT‑Master, entwickelt im Auftrag von Pan American World Airways: Ein zusätzlicher 24‑Stunden‑Zeiger und eine drehbare, zweifarbige 24‑h‑Lünette ermöglichten es, Heimat- und Lokalzeit auf einen Blick abzulesen, wodurch dieses Layout zum Archetyp der modernen GMT‑Sportuhr wurde.
In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich das Prinzip von der Cockpituhr zur zivilen Toolwatch, weitere Marken griffen die Komplikation auf, und mit der Einführung der GMT‑Master II in den 1980er‑Jahren etablierte sich die heute als »echte« oder Traveller‑GMT bezeichnete Lösung, bei der sich der 12‑Stunden‑Zeiger unabhängig vom GMT‑Zeiger verstellen lässt – ein Komfortgewinn für Vielflieger, der zum De‑facto‑Standard im oberen Marktsegment wurde.
Traveller‑GMT und Office‑GMT unterscheiden sich weniger in der Anzeige als in der Bedienlogik: Bei der Traveller‑ oder True‑GMT lässt sich der normale Stundenzeiger in Stundenschritten vor- und zurückspringen, während der 24‑Stunden‑GMT‑Zeiger als feste Referenz (meist Heimatzeit) stehen bleibt – ideal für Vielflieger, die bei der Landung nur schnell die Lokalzeit »nachziehen« wollen, ohne die Uhr komplett neu zu stellen.
Bei der Office‑ oder Caller‑GMT bleibt dagegen die Ortszeit unverändert im Zentrum, und der separat verstellbare GMT‑Zeiger übernimmt die entfernte Zeitzone – perfekt für Büroangestellte oder Homeoffice-Nutzer, die aus einer stabilen Zeitzone heraus mit Kollegen, Kunden oder Familie in anderen Regionen kommunizieren und dafür lediglich die »Fernzeit« flexibel anpassen möchten.
Auch eine Office‑GMT ist beim Reisen nützlich, nur ist der Workflow umgekehrt zur Traveller‑GMT: Am Ankunftsort wird die Hauptzeit auf die neue Lokalzeit eingestellt, anschließend der GMT-Zeiger auf die Heimatzeit. Seit 1972 ist statt GMT im Luftverkehr die atomuhrenbasierende UTC (universal Time Coordinated) gebräuchlich. Im Funkverkehr heißt UTC »Zulu‑Zeit«, weil die Zeitzone am Nullmeridian mit dem Buchstaben Z gekennzeichnet wird und Z im internationalen Buchstabieralphabet »Zulu« heißt.





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