Das 62GS-Design von Grand Seiko geht auf das Jahr 1967 zurück – und Grand Seiko ergänzt die Heritage Collection nun um eine zweite Variation in 18-karätigem Gelbgold: die SBGH376 »Sakura-Wakaba«.
62GS: Lünettenlose Architektur seit 1967
Die erste automatische Armbanduhr der Marke wurde 1967 eingeführt und erhielt bald den Spitznamen 62GS. Ihr Gehäuse verzichtet auf eine Lünette: Das Uhrenglas sitzt direkt auf dem Gehäuse auf, was laut Hersteller die Lichtmenge maximiert, die auf Zifferblatt, Zeiger und Indexe trifft. Charakteristisch sind breite, flache Flächen, die in scharfen Kanten aufeinandertreffen, in Kombination mit abwechselnder Zaratsu-Politur und Hairline-Finish.

Das Gehäuse aus 18-karätigen Gelbgold besitzt breite, flache
Oberflächen, die in scharfen Kanten aufeinandertreffen.
Die SBGH376 überträgt dieses Konzept erstmals in 18-karätiges Gelbgold: 38 Millimeter Durchmesser, 12,9 Millimeter Bauhöhe. Das gewölbte Saphirglas ist innenseitig entspiegelt, der Boden verschraubt und mit Sichtfenster versehen. Gefertigt wird die Uhr im Grand Seiko Studio Shizukuishi.
Sakura-Wakaba: Kirschblüten und junge Blätter
Das Zifferblatt greift das japanische Frühlingsphänomen sakura-wakaba auf – den kurzen Moment, in dem Kirschblüten blühen und junge, grüne Blätter erscheinen und Rosé- sowie Hellgrüntöne für einen Augenblick miteinander verschmelzen. Dem sogenannten Mitate-Prinzip folgend, deuten die Gestalter diese Szene durch ein gold-grünes Zifferblatt an, anstatt sie wirklichkeitsgetreu abzubilden.

Das helle gold-grüne
Ziffernblatt will eine besonderen Moment während der Kirschblüte farblich einfangen.
Im Frühjahr 2025 hatte die Marke bereits eine erste Edelmetall-Variation der 62GS-Serie präsentiert – inspiriert von schneebedeckten Kirschblüten, ebenfalls nicht limitiert. Die SBGH376 ist die zweite Ausführung dieser Linie.
Kaliber 9S85: Fünf Hertz, 55 Stunden Gangautonomie
Das mechanische Automatikwerk 9S85 läuft mit fünf Hertz, das entspricht 36.000 Halbschwingungen in der Stunde. Die Gangautonomie beträgt 55 Stunden; Grand Seiko gibt eine mittlere Ganggenauigkeit von +5 bis −3 Sekunden pro Tag an. Das Werk zählt 37 Lagersteine.
Für Zugfeder und Unruhspirale setzt das Kaliber auf sogenannte Spron-Legierungen. Anker und Ankerrad entstehen mittels MEMS-Technologie (Micro-Electro-Mechanical Systems), einem Verfahren aus der Halbleiterfertigung, das Toleranzen im Bereich eines Millionstel Millimeters ermöglicht. Die Grand Seiko SBGH376 »Sakura-Wakaba« wird mit einem braunen Krokodillederarmband und einer Dornschließe aus 18-karätigem Gelbgold geliefert.
Technische Spezifikationen | Grand Seiko SBGH376
| ⌚ Gehäuse | 18-karätiges Gelbgold, 38 mm Durchmesser, 12,9 mm Höhe |
|---|---|
| 💧 Wasserdichtheit | 10 Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 100 Metern Tiefe |
| 🔍 Glas | Gewölbtes Saphirglas, innen entspiegelt |
| 🕐 Anzeige | Stunden, Minuten, Sekunden |
| 💡 Leuchtmittel | – |
| 🔄 Aufzug | Automatik |
| ⚙️ Kaliber | 9S85, mechanisch |
| ⏱️ Frequenz | 5 Hz, das entspricht 36.000 Halbschwingungen in der Stunde |
| 🔋 Gangautonomie | 55 Stunden |
| 💎 Lagersteine | 37 Lagersteine |
| ✨ Veredelung | Zaratsu-Politur, Hairline-Finish |
| 🪢 Band | Braunes Krokodillederarmband, Dornschließe 18-karätiges Gelbgold |
| 🔢 Referenz | SBGH376 |
| 💶 Preis | 33.500 Euro |
Der tiefe Respekt der Japaner vor der Natur hat viele kulturelle und religiöse Gründe. Im Shintoismus gelten Naturphänomene wie Berge, Bäume, Wasserfälle oder alte Steine als Sitz von Gottheiten. Der Buddhismus verstärkt die Idee von Vergänglichkeit und zyklischen Naturprozessen. So steht die Kirschblüte »Sakura« zwar für Vergänglichkeit, das wird aber durch das »Wakaba«-Motiv der jungen grünen Blatttriebe als Symbol für den Neubeginn wieder aufgefangen. Die SBGH376 ist das derzeitige, unlimitierte Top-Modell in der Heritage-Kollektion von Grand Seiko. Da überrascht mich die Kaliberwahl mit dem robusten 9S85 etwas. Das 9S85 mit Doppelimpuls-Hemmung und freischwingender Unruh sowie 80 Stunden Gangautonomie bei gleicher Frequenz hätte den hohen ästhetischen Ansprüchen technisch besser entsprochen.


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