Sieben Jahre Forschung, vier Federhäuser, 3,3 Meter Zugfeder – und ein Werk, das 31 Tage ohne Aufzug durchläuft: Mit dem Luminor 31 Giorni PAM01631 setzt Panerai zur Watches and Wonders 2026 einen neuen Maßstab in Sachen Gangautonomie.

Panerai Luminor 31 Giorni

Die Panerai Luminor 31 Giorni besitzt ein 44-Millimeter-Gehäuse aus gebürstetem Goldtech.

Panerai präsentiert das auf 200 Exemplare limitierte Stück in einem 44-Millimeter-Gehäuse aus der hauseigenen Goldlegierung Goldtech.

Erbe der langen Gangautonomie

Für Panerai hat Gangautonomie eine operative Vorgeschichte. Als Giuseppe Panerai in den 1950er-Jahren ein Werk für den militärischen Einsatz suchte, fiel die Wahl auf das Kaliber SF 240 von Angelus – ursprünglich für Tischuhren entwickelt, bot es rund 200 Stunden, also acht Tage, Gangautonomie und reduzierte so die Aufzugsfrequenz im Feldeinsatz auf ein Minimum.

Das durchbrochene Zifferblatt besitzt zwischen drei und sechs Uhr eine markante Anzeige der Gangreserve.

Das durchbrochene Zifferblatt besitzt zwischen drei und sechs Uhr eine markante Anzeige der Gangreserve.

Dieses Prinzip überführte Panerai 2005 mit dem ersten Manufakturkaliber P.2002 in die Neuzeit – ebenfalls acht Tage – und steigerte es 2007 mit dem automatischen P.2003 auf zehn Tage. Die Luminor 31 Giorni PAM01631 setzt nun mit 31 Tagen die bislang längste Marke der Maison.

Das Kaliber P.2031/S: vier Federhäuser und ein Torque Limiter

Das neu entwickelte Kaliber P.2031/S ist ein Handaufzug in skelettierter Bauform mit 276 Bauteilen und 25 Lagersteinen, das mit drei Hertz – 21.600 Halbschwingungen pro Stunde – schwingt. Eine Glucydur-Unruh und ein Incabloc-Stoßsicherungssystem sorgen für Stabilität und Robustheit. Die außergewöhnliche Gangautonomie wird durch vier in Serie geschaltete Federhäuser erreicht, die zusammen

Die vier in Serie geschalteten Federhäuser beherbergen Zugfedern mit einer Gesamtlänge von 3,3 Metern.

Die vier in Serie geschalteten Federhäuser beherbergen Zugfedern mit einer Gesamtlänge von 3,3 Metern.

aufnehmen. Panerai setzt auf das Prinzip des niedrigen Drehmoments: Die Federhäuser rotieren schnell und mit geringer Kraft, was Reibung an den Lagern minimiert und die Lebensdauer des Werks verlängert. 128 Kronenwindungen genügen, um das Werk vollständig aufzuziehen – ohne Spezialwerkzeug. Das Kernstück der Konstruktion ist der patentangemeldete Torque Limiter. Er begrenzt den genutzten Bereich der Zugfeder gezielt: Von einer theoretischen Gangautonomie von 36 Tagen werden die oberen und unteren Drehmomentspitzen abgeschnitten – übrig bleiben 31 Tage mit konstantem, präzisem Energiefluss.

Ein Drehmomentbegrenzer beschränkt die Gangautonomie auf 31 von 36 theoretisch verfügbaren Stunden.

Ein Drehmomentbegrenzer beschränkt die Gangautonomie auf 31 von 36 theoretisch verfügbaren Tagen.

Nach Ablauf dieser Zeit stoppt das Werk automatisch, auch wenn noch Restenergie vorhanden ist – ein bewusster Schutzmechanismus, der Ganggenauigkeit und Lebensdauer gleichzeitig absichert. Ebenfalls neu: eine patentierte Federgeometrie mit springendem Stundenzeiger, die das Stellen der Stunden ermöglicht, ohne Minuten- oder Sekundenzeiger zu bewegen.

Skelettiertes Zifferblatt und Anzeigen

Das offene Werksbild des P.2031/S gibt den Blick auf die vier Federhäuser frei – ein Effekt, den der verschraubte Sichtboden aus Saphirglas von der Rückseite wiederholt. Der Rehaut trägt lediglich die Ziffern zwölf und sechs; Indizes und Zeiger sind mit weißem Super-Luminova X2 versehen und mit goldenen Einfassungen akzentuiert.

Die weißen Zieger, Ziffern und Indizes leuchten im Dunkeln in Grün.

Die weißen Zeiger, Ziffern und Indizes leuchten im Dunkeln in Grün.

Eine gebogene Gangautonomie-Anzeige verläuft entlang des Werksrandes und zeigt den aktuellen Energiezustand an. Das patentierte, polarisierte Datumsdisplay erscheint ausschließlich im Fenster bei drei Uhr, ohne die offene Werksarchitektur zu unterbrechen. Die kleine Sekunde sitzt bei neun Uhr.

Gehäuse aus Panerai Goldtech

Das 44 Millimeter messende Gehäuse ist aus Goldtech gefertigt – Panerais proprietärer Legierung aus Gold und Kupfer mit Anteilen von Platin und Silber. Die Mischung verleiht dem Material seinen charakteristischen Rotton und eine erhöhte Kratzresistenz, die die Lebensdauer des Gehäuses verlängern soll.

Das skelettierte Handaufzugskaliber P.2031/S legt seine vier Federhäuser, die großzügig durchbrochenen Brücken und die fein gefasten Kanten offen.

Das skelettierte Handaufzugskaliber P.2031/S legt seine vier Federhäuser, die großzügig durchbrochenen Brücken und die fein gefasten Kanten offen.

Das Gehäuse ist gebürstet, die Lünette poliert. Die Wasserdichtheit beträgt zehn Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 100 Metern Tiefe. Die Luminor 31 Giorni PAM01631 wird an einem Band aus Alligatorleder in Schwarz geliefert, das über eine Faltschließe aus Goldtech mit dem neuen PAM Click Release System geschlossen wird. Der Wechsel auf das mitgelieferte schwarze Kautschukband erfolgt werkzeugfrei. Geliefert wird die Uhr in einer blauen Kirschholzbox. Die PAM01631 ist auf 200 Exemplare limitiert und ausschließlich über Panerai-Boutiquen erhältlich.

Technische Spezifikationen | Panerai Luminor 31 Giorni PAM

⌚ Gehäuse Goldtech, gebürstet; polierte Lünette; Durchmesser 44 Millimeter
💧 Wasserdichtheit 10 Bar (100 Meter)
🔍 Glas Saphirglas; verschraubter Saphirglas-Sichtboden
🕐 Anzeige Stunden, Minuten, kleine Sekunde (9 Uhr), Datum (3-Uhr-Fenster, polarisierte Scheibe), Gangautonomie-Anzeige
💡 Leuchtmittel Super-Luminova X2 (weiß, goldene Einfassungen)
🔄 Aufzug Handaufzug
⚙️ Kaliber P.2031/S, Skelett, 15¾ Linien, Bauhöhe 10,06 Millimeter, vier Federhäuser mit Torque Limiter, Glucydur-Unruh, Incabloc-Stoßsicherung, 276 Bauteile
⏱️ Frequenz 21.600 Halbschwingungen/h (3 Hertz)
🔋 Gangautonomie 31 Tage (744 Stunden)
💎 Lagersteine 25
✨ Veredelung Gebürstetes Gehäuse, polierte Lünette, skelettiertes Werk
🪢 Band Alligatorleder (schwarz), Goldtech-Faltschließe mit PAM Click Release System; zusätzliches schwarzes Kautschukband
🔖 Auflage 200 Exemplare
🔢 Referenz PAM01631
💶 Preis 95.000 Euro, ausschließlich über Panerai-Boutiquen erhältlich

Die Panerai Luminor 31 Giorno PAM01631 erinnert natürlich spontan an die im Jahr 2007 vorgestellte Lange 31 von A. Lange & Söhne. Beide bieten eine beeindruckende Gangautonomie von 31 Tagen. Die Herausforderung besteht darin, die gespeicherte Energie über diesen Zeitraum gleichmäßig abzugeben. Lange meistert dies konstruktiv über ein sogenanntes Nachspannwerk. Dieses speichert die ungleichmäßig ankommende Kraft des Federhauses in einer kleinen Zusatzfeder und gibt sie in kurzen, periodischen Schritten mit nahezu konstantem Drehmoment an die Hemmung ab. Panerai hingegen legt die Gangautonomie mit vier Federhäusern auf 36 Tage aus und koppelt sie mit einem patentierten Drehmomentbegrenzer. Die Uhr läuft nur dann, wenn die Federspannung im »guten Bereich« liegt, ohne eine Konstantkraft-Lösung einzusetzen. Das ist konstruktiv einfacher, aber auch weniger wartungsintensiv.

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