Erstmals in der Geschichte seiner Armbanduhren zeigt Patek Philippe mit der Patek Philippe Celestial Ref. 6105G-001 die Uhrzeiten von Sonnenauf- und -untergang – eine Komplikation, die die Manufaktur bislang ausschließlich hochkomplizierten Taschenuhren und historischen Einzelstücken vorbehalten hatte.
Die an Watches and Wonders 2026 präsentierte Referenz 6105G-001 ist das Ergebnis von fünf Jahren Entwicklungsarbeit und sechs Patentanmeldungen.
Die Tradition der astronomischen Anzeigen
Die Mond-Himmelsanzeige war eine von 21 Komplikationen der Star Caliber 2000, fand 2001 auf der Rückseite der Sky Moon Tourbillon Platz und prägt seit 2002 das Zifferblatt der Celestial-Armbanduhr.
Die Anzeige der Sonnenauf- und -untergangszeiten hingegen blieb bislang Taschenuhren vorbehalten: der Calibre 89 von 1989, der Star Caliber 2000 und historischen Auftragswerken für James Ward Packard (1927) und Henry Graves Jr. (1933).
Vier Scheiben, ein Firmament
Das Anzeigesystem besteht aus vier übereinanderliegenden transparenten Scheiben. Das Saphir-Deckglas bildet die erste Ebene; auf seiner Innenseite ist eine silberfarbene Ellipse aufgedruckt, die den von Genf (46° 12′ Nord) sichtbaren Himmelsausschnitt begrenzt.
Die darunter liegende Sternhimmelscheibe aus Saphirglas trägt auf der Oberseite die Himmelskarte, auf der Unterseite die Milchstraße und vollendet in 23 Stunden und 56 Minuten eine Umdrehung – der Dauer eines Sterntages entsprechend. Eine weitere, mit schwarzer PVD-Beschichtung versehene Saphirglas-Scheibe dreht sich in 24 Stunden und 50 Minuten und bildet die Mondbewegung nach; durch ein rundes Fenster in ihr wird eine Mineralglasscheibe sichtbar, die über ein Planeten-Räderwerk die Mondphasen darstellt.
Dieser Mechanismus ist so präzise, dass er nur alle 3.000 Jahre um einen Tag zu korrigieren ist. Die Datumsskala am Zifferblattrand – von 1 bis 31 – dient gleichzeitig als Skala für Sonnenauf- und -untergangszeiten. Zwei weiß lackierte Stabzeiger aus Pfinodal zeigen den jeweiligen Wert; ein Hammerzeiger mit rot lackierter Spitze markiert das aktuelle Datum.
Auf Knopfdrucke: Sonnengang und Sommer-/Winterzeit-Korrektur
Der Jahreszyklus von Sonnenauf- und -untergang wird durch zwei eiförmige Nocken mechanisch abgebildet, die je einmal pro Jahr rotieren. Ein patentierter Doppeltaster mit 0,48 Millimeter Stärke liest ihre Positionen kontinuierlich ab und überträgt die Bewegung über Zahnstangen an die Anzeigezeiger. Da Uhren dieser Art auf die kalendarische Normalzeit geeicht sind, müssen bei der Zeitumstellung Stunden- sowie Sonnenauf- und -untergangszeiger gleichzeitig angepasst werden.
Die Ref. 6105G-001 erledigt das mit einem einzigen Tastendruck: Der Korrektor bei neun Uhr stellt auf Sommerzeit vor, der bei zehn Uhr zurück auf Normalzeit – simultan für alle drei betroffenen Anzeigen. Ein Sicherheitsmechanismus verhindert das mehrfache Betätigen desselben Korrektors.
Das extraflache Kaliber 240 C LU CL LCSO
Das neue Werk basiert auf dem extraflachen Kaliber 240 und wurde um 121 Bauteile auf insgesamt 426 erweitert. Die Bauhöhe stieg dabei um lediglich 1,12 auf 7,93 Millimeter. Den Automatikaufzug übernimmt ein exzentrisch angeordneter Mini-Rotor aus 22 Karat Gold, dessen hohes spezifisches Gewicht trotz geringer Abmessungen für ausreichend Schwungmasse sorgt.
Die Spiromax-Spirale aus Silinvar und die Gyromax-Unruh mit variabler Trägheit schwingen mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hertz). Das Kaliber trägt das Patek Philippe Siegel, dessen Gangtoleranz 2024 auf [-1; +2] Sekunden pro 24 Stunden verschärft wurde.
Gehäuse, Zifferblatt und Band
Das Gehäuse aus 18 Karat Weißgold misst 47 Millimeter im Durchmesser und 12,39 Millimeter in der Bauhöhe. Das eingefräste X-förmige Dekor lehnt sich an die Röhrenstrukturen von Raumfahrtmodulen an. Das Motiv findet sich auch auf dem Massivgoldboden, kombiniert mit dem Calatrava-Kreuz.
Zwei Kronen gliedern die Bedienung: Die Krone bei vier Uhr mit Calatrava-Kreuz dient zum Aufziehen und Einstellen der Zeit; die durch Drücken und Drehen entriegelte Krone bei zwei Uhr steuert die astronomischen Anzeigen. Das Band aus vulkanisiertem Polymer in Schwarz ist dank einer unsichtbaren Befestigung direkt ins Gehäuse integriert – ohne klassische Bandanstöße. Das durchbrochene X-Dekor nimmt das Gehäusemotiv auf; den Abschluss bildet eine Faltschließe aus 18 Karat Weißgold mit Sicherheitsverriegelung.
Technische Spezifikationen | Patek Philippe Celestial Ref. 6105G-001
Technische Spezifikationen | Patek Philippe Celestial Ref. 6105G-001
| ⬡ | Gehäuse | 18 Karat Weißgold – Durchmesser 47 Millimeter – Bauhöhe 12,39 Millimeter |
| 💧 | Wasserdichtheit | 3 Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 30 Metern Tiefe |
| 🔍 | Glas | Saphirglas (Deckglas und zwei weitere Scheiben) – Mineralglas (eine Scheibe) |
| 🌙 | Anzeige | Stunden – Minuten – Sonnenauf- und -untergangszeiten – Sternkarte – Winkelbewegung des Mondes – Mondphasen – Datum |
| ⚙️ | Aufzug | Automatikaufzug – Mini-Rotor aus 22 Karat Gold, einseitig aufziehend |
| 🔧 | Kaliber | 240 C LU CL LCSO – 426 Bauteile – Spiromax-Spirale aus Silinvar – Gyromax-Unruh |
| 〰️ | Frequenz | 21.600 Halbschwingungen/Stunde (3 Hertz) |
| 🔋 | Gangautonomie | 38 bis 48 Stunden |
| 💎 | Lagersteine | 51 Steine |
| 🏅 | Veredelung | Patek Philippe Siegel |
| ⌚ | Band | Vulkanisiertes Polymer, schwarz, X-Dekor – Faltschließe aus 18 Karat Weißgold |
| 🏷️ | Referenz | 6105G-001 |
| 💶 | Preis | 405.570 Euro |
Die Anzeige des Sternenhimmels ist eine ausgesprochen poetische Darstellung komplexer astronomischer Vorgänge. In der Komplexität nähert sich das mechanische Innenleben dabei der kartografischen Himmelsmechanik an. Die Kombination aus Mikrorotor‑Kaliber auf 240‑Basis und der fein abgestimmten Korrektor‑Logik für den Stunden‑Sprung bei der Umstellung von Sommer- auf Normalzeit demonstriert eindrucksvoll, zu welcher grandiosen Uhrmacherkunst Patek Philippe in der Lage ist. Und das war vermutlich genau die Absicht.








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