Au der Watches& Wonders lag sie tatsächlich an meinem Arm – aber im Rolex-Katalog taucht diese Daytona gar nicht erst auf.

Auf der Watches & Wonders durfte ich sie kurz anlegen. Das Zifferblatt ist in Wahrheit aber viel schöner als auf meinem Foto.
Mit einer bislang nicht realisierten Materialkombination erweitert Rolex den Rolex Cosmograph Daytona: Die neue Ausführung verbindet Oystersteel mit Platin – eine Paarung, die das Unternehmen als »Rolesium« bezeichnet und die beim Cosmograph Daytona erstmals zum Einsatz kommt. Die Referenz 126502 ist nicht im regulären Katalog gelistet.
Anthrazitfarbene Cerachrom-Lünette mit neuer Tachymeterskala
Das markanteste Element der neuen Ausführung ist die Monoblock-Cerachrom-Lünette in einem neuen Anthrazitton. Um den metallischen Glanzeffekt zu erzielen, hat Rolex eine spezielle Keramik aus mit Wolframkarbid angereichertem Zirkonoxid entwickelt und zum Patent angemeldet.
Die Tachymeterskala zeigt sich in neu gestaltetem Erscheinungsbild: Die Ziffern sind horizontal angeordnet – eine Anlehnung an das Ausgangsmodell von 1963 – und in moderner Schriftart gehalten. Die versenkten Graduierungen werden im PVD-Verfahren mit einer dünnen Platinschicht belegt. Der Lünettenring besteht ebenfalls aus Platin.
Emailliertes Zifferblatt in Grand-Feu-Technik auf Keramikbasis
Das weiß emaillierte Zifferblatt entstand nach dem Verfahren des Grand-Feu-Emailles: Die mit Wasser vermischte Emaille wird bei über 800 Grad Celsius gebrannt. Für diese Ausführung entwickelte Rolex ein eigenes Fertigungsverfahren, da die Emaille nicht auf die übliche Metallgrundscheibe, sondern auf Keramikplatten aufgetragen wird – eine für das Zifferblatt selbst, drei weitere für die Totalisatoren.
Nach dem Glanzbrand werden die Keramikplatten auf eine Messing-Grundplatte gesetzt. Als Leuchtmittel kommt Chromalight zum Einsatz; Indizes und Zeiger leuchten in Blau nach. Die Fassungen der Indizes und Zeiger bestehen aus 18-karätigem Weißgold.
Gehäuse mit Saphirglasboden
Das Oyster-Gehäuse misst 40 Millimeter im Durchmesser bei 12,2 Millimeter Bauhöhe. Die Wasserdichtheit beträgt zehn Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 100 Metern Tiefe. Der Mittelteil ist aus Oystersteel gefertigt, der Bodenring aus Platin.
Das Uhrglas besteht aus entspiegeltem Saphirglas; ein Saphirglasboden gibt den Blick auf das Uhrwerk frei. Die Triplock-Aufzugskrone ist dreifach abgedichtet und verschraubbar; die Drücker des Chronographen sind ebenfalls am Gehäuse verschraubbar.
Kaliber 4131: Schaltrad, vertikale Kupplung, Parachrom-Spirale
Angetrieben wird die Uhr vom Manufakturwerk Kaliber 4131, einem Chronographen mit Automatikaufzug. Der Chronograph arbeitet mit Schaltrad und vertikaler Kupplung, was einen verzögerungsfreien Start der Zeitmessung gewährleistet.
Die Chronergy-Hemmung besteht aus einer Nickel-Phosphor-Legierung; Rolex gibt an, dass sie gegenüber Magnetfeldern unempfindlich ist. Die blaue Parachrom-Spirale aus paramagnetischer Legierung soll ebenfalls Stabilität gegenüber Magnetfeldern sowie bei Temperaturschwankungen bieten und ist mit einer Rolex-Endkurve versehen.
Das Paraflex-Antischocksystem übernimmt den Schutz des Oszillators. Die Gangautonomie beträgt rund 72 Stunden. Die Brücken tragen die Genfer Streifen-Verzierung in der hauseigenen »Rolex Côtes de Genève«-Ausführung, die sich durch eine polierte Rille zwischen den Streifen auszeichnet.

Das Hemmungsrad der Chronergy-Hemmung ist durchbrochen und daher leichter, was die Trägheit reduziert und die Energieübertragung optimiert.
Die durchbrochene Schwungmasse ist bei dieser Ausführung aus Gelbgold. Das Kaliber 4131 trägt die Zertifizierung Superlative Chronometer – seit 2026 mit verschärften Anforderungen verbunden. Das Zertifikat bescheinigt eine Ganggenauigkeit von –2/+2 Sekunden pro Tag nach dem Einschalen.

Im Jahr 2000 stellte Rolex die Parachrom-Spirale aus einer Niobium-Zirkonium-Sauerstoff-Legierung mit gebogener Endkurve vor.
Das dreireihige Oyster-Band besteht aus Oystersteel mit polierten Mittelelementen und satinierten Außenelementen mit polierten Flanken; die Oysterlock-Sicherheitsfaltschließe verfügt über eine Easylink-Verstellung, mit der sich das Band um rund fünf Millimeter verlängern lässt.
Technische Spezifikationen | Rolex Oyster Perpetual Cosmograph Daytona
| ⬡ | Gehäuse | Oystersteel und Platin (Rolesium) – Durchmesser 40 Millimeter, Bauhöhe 12,2 Millimeter |
| 💧 | Wasserdichtheit | 10 Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 100 Metern Tiefe |
| 🔵 | Glas | Saphirglas, entspiegelt; Gehäuseboden aus entspiegeltem Saphirglas |
| 🕐 | Anzeige | Stunden, Minuten, kleine Sekunde (6 Uhr); Chronograph mit zentralem Sekundenzeiger; 30-Minuten-Totalisator (3 Uhr), 12-Stunden-Totalisator (9 Uhr); Sekundenstopp |
| ☀️ | Leuchtmittel | Chromalight (blau nachleuchtend) |
| 🔄 | Aufzug | Automatik, Perpetual-Rotor, beidseitig aufziehend |
| ⚙️ | Kaliber | 4131 (Manufakturwerk) – mechanischer Chronograph mit Schaltrad und vertikaler Kupplung |
| 〰️ | Frequenz | 28.800 Halbschwingungen/Stunde (4 Hz) |
| 🔋 | Gangautonomie | circa 72 Stunden |
| 💎 | Lagersteine | 47 Rubine |
| ✨ | Veredelung | Rolex Côtes de Genève; durchbrochene Schwungmasse in Gelbgold |
| 📿 | Band | Oyster-Band (dreireihig), Oystersteel, polierte Mittelelemente, satinierte Außenelemente mit polierten Flanken; Oysterlock-Sicherheitsfaltschließe mit Easylink-Verlängerung (ca. 5 Millimeter) |
| 🔢 | Referenz | 126502 (nicht im Katalog) |
| 💰 | Preis | 55.000 Schweizerfranken, umgerechnet circa 56.200 Euro |
Bei ihrem Anblick bekamen die Rolex-Fan-Boys unter meinen Journalisten-Kollegen sehr ausdrucksstarke Formen von Schnappatmung. Für genau diese Reaktion hat Rolex ganz gezielt und geschickt den Köder ausgeworfen. Das einfarbig helle Zifferblatt der Referenz 126502 erinnert an ein Vintage-Modell, welches in Sammlerkreisen als »Albino« bezeichnet wird. Das berühmteste dieser pigmentlosen Modelle mit der Referenz 6263 gehörte Eric Clapton und stellte seinerzeit im Jahr 2003 mit 505.000 US-Dollar einen Auktionsrekord für eine Rolex in Edelstahl auf. Angeblich existieren davon nur vier Stück. Nun kommen ein paar wenige mehr dazu.






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