Die Anzeige der Mondphase sollte bei der Renaissance der mechanischen Uhr eine besondere Rolle spielen. 1982 erwarb Jacques Piguet die Rechte an Blancpain von der damaligen SSIH‑Gruppe, um sie mit seiner Kaliberfabrik Frédéric Piguet zu verbinden.
Die Marke fertigte auf Grund der Quarzkrise schon lange keine Uhren mehr und übrig geblieben war nur noch der bloße Name. 1983 stieß Jean-Claud Biver von Omega zur Marke und belebte sie mit einem vollständigen Kalender samt Mondphase neu. Blancpain wollte traditionelle, feinmechanische Uhrmacherei zeigen, die ein Quarzwerk nicht imitieren konnte.

Der Standardmechanismus einer Mondphasenanzeige weicht nach ungefähr zwei Jahren und sieben Monaten um einen Tag ab.
Die Mondphase wurde in der Folge zur Signatur‑Komplikation der Marke. Mechanische Mondphasenanzeigen zeigen die Stellung des Mondes zur Erde als Zusatzfunktion einer Uhr an. Meist sitzt hinter einem Ausschnitt im Zifferblatt eine Scheibe mit zwei Monden, die sich langsam weiterdreht. Angetrieben wird sie klassisch über ein 59‑Zähne‑Rad, das einmal pro Tag um einen Zahn weiterspringt; 59 Tage entsprechen zwei »Monden« à 29,5 Tagen.

Die Mondphasenanzeige der 1985 vorgestellten Da Vinci muss erst nach 122 Jahren um einen Tag berichtigt werden.
1985 entwickelte der Chefkonstrukteur Kurt Klaus bei der IWC Schaffhausen mit der Da Vinci Ewiger Kalender und ihrem Kaliber 79261 eine Mondphase, die nach 122 Jahren nur um einen Tag abweicht.
1999 stellte A. Lange & Söhne mit die 1815 Emil Lange Mondphase und dem Handaufzug-Kaliber L943.2 vor, deren integrierte Mondphase durch eine fein berechnete Übersetzung der synodischen Mondperiode von 29 Tagen, zwölf Stunden, vier Minuten und drei Sekunden nur um einen Tag nach 1.058 Jahren abweicht. Im Jahr 2014 erhielt Andreas Strähler für seine Sauterelle à Lune Perpétuelle einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.
Sie weicht erst nach zwei Millionen Jahren um einen Tag ab. Strehler kombinierte im Jahr 2026 bei seiner Sauterelle Lune Exacte diese Anzeige der Mondphase mit einer zusätzlichen kreisförmige Mondalter‑Skala bei sechs Uhr, die das Alter des Mondes in Tagen und Drei‑Stunden‑Schritten anzeigt. Die physikalische Genauigkeit des Mondphasengetriebes ist also gleich. Die Lune Exacte setzt vor allem bei der Auflösung der Anzeige an.
2024 stellte IWC Schaffhausenn mit der Portugieser Eternal Calendar eine Mondphase vor, deren Double‑Moon‑Indikation theoretisch nur um einen Tag in 45.361.055 Jahren abweicht und damit Strehlers Guinness‑Rekord deutlich übertrifft. Realisiert wird das über ein nochmals verfeinertes Reduktionsgetriebe mit drei Zwischenrädern im Kalender‑Mondphasen‑Zug, das die Dauer des Kalendermonats extrem genau auf die synodische Periode bringt. Beide Lösungen bleiben »rechnerische« Idealwerte, die in der Praxis natürlich an Gangabweichung, Service oder Stößen scheitern. Der Rekord ist vor allem ein Ausdruck der mathematischen Präzision der Übersetzung.








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