Lange bevor proprietäre Goldlegierungen zum Marketingstandard der Branche wurden, hatte IWC Schaffhausen bereits 2017 Ceratanium entwickelt – ein Verbundwerkstoff aus Keramik und Titan, der so leicht wie Titan und so kratzfest wie Keramik ist. Armor Gold folgt 2019 derselben Logik: kein neues Material um des neuen Materials willen, sondern eine gezielte Antwort auf ein bekanntes Problem.
Gold als Herausforderung
Gold ist weich. Das gilt für 24-karätiges Feingold ebenso wie für die klassischen 18-Karat-Legierungen der Uhrmacherei. 5N-Rotgold – der Standard für rotes 18-Karat-Gold mit hohem Kupferanteil – ist zwar durch die Legierungspartner etwas härter als reines Gold, bleibt aber anfällig für Kratzer und Abrieb im Alltag. Wer eine Golduhr trägt, muss damit rechnen, dass sie mit der Zeit Gebrauchsspuren
zeigt. Armor Gold ist IWCs proprietäre Variante der klassischen 18-Karat-5N-Rotgoldlegierung. Die Zusammensetzung bleibt dieselbe – 75 Prozent Feingold, hoher Kupferanteil für die intensive Rotfärbung. Der Unterschied soll im Mikrogefüge liegen: Durch ein aufwändiges Herstellungsverfahren wird die Kristallstruktur der Legierung gezielt verändert und verfeinert. Das Ergebnis sind erheblich höhere Härtewerte und eine deutlich verbesserte Verschleißfestigkeit gegenüber konventionellem 5N-Gold – bei identischer Optik. IWC spricht intern auch von »Hartgold«. Wie genau das Verfahren funktioniert, gibt IWC nicht bekannt.
Die Schaffhauser Manufaktur beschreibt es lediglich als »komplexen Prozess, bei dem die Mikrostruktur der Legierung transformiert wird.« Die Härtewerte in Vickers nennt IWC nicht öffentlich – was Armor Gold von Magic Gold von Hublot oder Sedna-Gold Omega unterscheidet, die konkrete Zahlen kommunizieren. Vorgestellt wurde Armor Gold im Jahr 2019 mit der Big Pilot’s Watch Constant-Force Tourbillon »Le Petit Prince« in einer der aufwändigsten Referenz des Hauses.


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