Der US-amerikanische Uhrenkonzern Movado Group hat eine verbindliche Vereinbarung geschlossen, um 95 Prozent der Anteile an der Marke Ebel zu veräußern. Der Kaufpreis beträgt 66,5 Millionen US-Dollar; er unterliegt den vertraglich üblichen Anpassungen. Käufer ist eine strategische Gruppe unter Führung der Genfer Manufacture Montres Journe SA, hinter der das Uhrenhaus F.P. Journe steht. Ihr gehört auch das Luxushaus Chanel an, das sich zuvor bereits mit 20 Prozent am Kapital von Montres Journe beteiligt hatte. Ebenfalls in der Gruppe vertreten ist Pierre Jacques, der Ebel nach Abschluss der Transaktion als Chief Executive Officer führen wird, er hat zuvor über viele Jahre das Uhrenhaus De Bethune geleitet. Movado Group behält fünf Prozent der Anteile.

Ebel erlebte den Höhepunkt ihrer Popularität in den 1970er bis 1980er Jahren.

Die Marke Ebel erlebte den Höhepunkt ihrer Popularität in den 1970er bis 1980er Jahren.

Ebel wurde 1911 in La Chaux-de-Fonds gegründet und gehört seit 2004 zu Movado Group, die die Marke damals von LVMH übernommen hatte – laut damaliger Ankündigung für rund 61,5 Millionen Schweizer Franken. Bekannt ist Ebel vor allem für die Kollektion Sport Classic und für Armbänder mit wellenförmig gegliederten Elementen. Movado Group begründet den Verkauf damit, sich künftig auf das eigene Portfolio aus im zugänglichen Luxus- und Modesegment angesiedelten Marken konzentrieren zu wollen – Movado, MVMT, Olivia Burton sowie die Lizenzmarken Coach, Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Hugo Boss und Lacoste.

Maison Ebel Villa Turque Le Corbusier

Die Villa Turque im schweizerischen La-Chaux-de-Fonds wurde 1916 von Le Corbusier entworfen.

Im Zuge der Transaktion bündelt Movado die wesentlichen Vermögenswerte des Ebel-Geschäfts in einer neu gegründeten Schweizer Tochtergesellschaft. Dazu gehören unter anderem die Markenrechte und weiteres geistiges Eigentum, der vorhandene Lagerbestand sowie die Villa Turque in La Chaux-de-Fonds, ein von Le Corbusier entworfenes modernistisches Wohnhaus. Anschließend sollen 95 Prozent der Anteile an dieser Gesellschaft an die von Montres Journe geführte Käufergruppe veräußert werden, während Movado mit fünf Prozent beteiligt bleibt.

Chanel verfolgt seit Jahrzehnten eine Strategie, sich über Minderheitsbeteiligungen ein Netzwerk spezialisierter Uhrenhersteller und Zulieferer aufzubauen: Bereits 1998 beteiligte sich das Unternehmen an Bell & Ross, 2011 folgte eine Beteiligung an Romain Gauthier, 2018 übernahm Chanel 20 Prozent an Montres Journe, der Gesellschaft hinter F.P. Journe, und 2024 erwarb Chanel 25 Prozent an MB&F. Hinzu kommen Beteiligungen an wichtigen Zulieferern wie Kenissi, an dem Chanel 20 Prozent hält, sowie G&F Châtelain, das Chanel vollständig besitzt. Die Strategie zielt laut Chanel darauf ab, unabhängige Uhrmacher und spezialisiertes Know-how langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln, wobei die einzelnen Marken weitgehend eigenständig bleiben.

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