Der Schweizer Uhrenmarke Hamilton knüpft mit der Khaki Pionier Pilot Mechanical an die Tradition ihrer Militäruhren an. Die 1892 in Lancaster, Pennsylvania, gegründete Uhrenmarke war ab den 1940er Jahren Zulieferer der U.S.-Army und belieferte in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren die britische Armee. Eines der stückzahlstärksten Modelle war die W10, die zwischen 1973 und 1976 hergestellt wurde. Sie wurde hauptsächlich an Piloten ausgegeben.

Die Khaki Pionier Pilot Mechanical folgt in vielen Details diesem historischen Vorbild. Das Edelstahgehäuse ist mattiert, um Reflexionen zu vermeiden. Auch das matte Zifferblatt und das beidseitig entspiegelte Mineralglas verhindern Lichtspiegelungen. Die Bodengravur gibt Auskunft über die Wasserdichtheit von zehn Bar, das entspricht dem Druck in 100 Metern Tiefe. Angetrieben wird die Pilotenuhr vom Handaufzugwerk H-50 mit 80 Stunden Gangautonomie nach Vollaufzug, das auf dem ETA 2801-2 basiert. Der militärischen Abstammung entsprechen die NATO-Bänder, wahlweise aus grauem Textil (745 Euro) oder braunem Leder (795 Euro).

 


In der jüngsten Vergangenheit konnte ich bei vielen Neuheiten aus der Swatch Group, zu der Hamilton seit 1972 gehört, eine Art technische Offensive im Einstiegsbereich diagnostizieren. Bei diesem Nostalgiemodell fällt mir das etwas schwerer. Gestalterisch sehr ordentlich, aber wenig aufregend, kommen noch ein Handaufzugswerk mit beachtlichen 80 Stunden Gangreserve in die positive Waagschale. Aber mit dem Preis für eine kleinformatige Liebhaberuhr mit Mineralglas, Stahlboden und Textilband setzt sich die Hamilton Khaki Pionier Pilot nicht so stark von der Konkurrenz ab wie zu erwarten und spekuliert vermutlich auf Liebhaber dieser Uhrenkategorie..