Mit der Unabhängigkeit als rotem Faden fügt das Konzept dieses Bildbandes über die Schweizer Uhrmacherei unterschiedliche kommerzielle Konzepte zu einem inspirierenden Mosaik zusammen.
Die großen Namen etablierter Uhrmacher illustrieren in Kombination mit den Profilen kleinerer Uhrenmarken und den Porträts von Uhrmachern, denen die erste preisgewürdigte Anerkennung einer fachkundigen Öffentlichkeit zuteil geworden, ein Bild kreativer Vielfalt.
Beachtenswert ist die Bildsprache des Fotografen Horst A. Friedrichs. Der gebürtige Frankfurter lebt in London und veröffentlicht seine Fotos in National Geographic, der New York Times und im Stern. Seine großformatigen Aufnahmen lassen den Uhren den Spielraum an Lebendigkeit, der ihnen in der überästhetisierten Welt der Werbefotografie so häufig verloren geht.
Dafür arbeiten seine Detailaufnahmen akribisch die Feinheiten heraus, welche die uhrmacherische Leidenschaft zur Präzision bei der kunstvollen Fertigung dieser Komponenten zu bewirken imstande ist. Und die Aufnahmen der Uhrmacher fangen deren Charakterisierung in den Texten ein, ohne sie bloß zu illustrieren. Die kurzen Artikel des Journalisten Stuart Husband verraten ihn als eingespielten Teampartner des Fotografen, mit dem er bereits eine Anzahl gemeinsamer Werke geschaffen hat.
In den Porträts gelingt es ihm mit wenigen Sätzen, die Atmosphäre der Ateliers und Werkstätten einzufangen, in denen die Uhren erdacht und erschaffen werden. Diese selbst und ihre herausragenden Besonderheiten beschreibt er sachkundig, ohne sich in technischen Details zu verlieren. Zu Besuch war das Team bei Philippe Dufour und Laurent Ferrier, zog weiter zu Greubel Forsey, Bernhard Lederer, MB&F und Urwerk.
Es folgen Porträts von De Bethune, Xhevdet Rexhepi und Petermann Bédat. Raùl Pagès ist als der erste Gewinner des Louis Vuitton-Uhrenpreises kein Insider-Tipp mehr, aber Luca Soprana und Hervé Schlüchter dürften nur Eingeweihten ein Begriff sein. Das sieht es mit der Bekanntheit von Czapek & Cie., Louis Erard und Oris schon etwas anders aus, welchem dem Werk einen geradezu demokratischen Abschluss bescheren.
Literaturhinweis | Präzision & Leidenschaft
| 📖 Titel | Präzision & Leidenschaft. Unabhängige Schweizer Uhrenmanufakturen |
|---|---|
| ✍️ Autor | Horst A. Friedrichs (Fotos), Stuart Husband (Text) |
| 🏢 Verlag | Prestel Verlag |
| 📅 Erscheinungsdatum | 7. Oktober 2026 |
| 🌍 Sprache | Deutsch |
| 📚 Einband | Gebunden |
| 📄 Seiten | 240 |
| 🖼️ Abbildungen | 250 Farbabbildungen |
| 📐 Format | 24,0 x 30,0 Zentimeter |
| 🔢 ISBN | 978-3-7913-9358-2 |
| 💶 Preis | 59,00 Euro [D] / 60,70 Euro [A] / 77,00 CHF |
Ein Satz hat mich berührt: »Wir brauchen Schönheit, Dinge, die uns daran erinnern, dass wir mehr sind als effizient.« Das Zitat stammt aus dem Vorwort von Natalie Marielloni. Als Konservatorin des Musée International d’horlogerie in La Chaux-de-Fonds (MIJ) ist sie eine ausgewiesene Kennerin und zeigt tiefes Verständnis. Denn dass ausgerechnet die Uhr, die als Zeitmaschine ursprünglich zu dieser engen Verzahnung zeitlicher Abläufe weiterentwickelt wurde, am Ende selbst über die bloße Funktion hinausweist und die Schönheit der unbegreiflichen Zeit in den Mittelpunkt stellt, ist genau der Reiz, der sie heute ausmacht. Und dafür liefert das Buch viele bewegende Beispiele.











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