Kurz nach dem Richard Mille uns auf dem Genfer Uhrensalon mit einer Kollektion an Obst- und Süßwarenmodellen zu betören versuchte, präsentiert die im Top-Luxus-Segment beheimatete Uhrenmarke eine technische Neuerung. Mit der Gemset Sapphire RM 07-02 widmet man sich der Herausforderung, Diamanten in farbigen Saphirgehäusen zu setzen, nachdem man bereits keramische Gehäuse und die aus Carbon TPT erfolgreich besetzt hat.

M it der Gemset Sapphire RM 07-02 ist es Richard Mille gelungen, Diamanten in Saphirglas zu setzen.

Mit der Gemset Sapphire RM 07-02 ist es Richard Mille gelungen, Diamanten in Saphirglas zu setzen.

Die Fertigung eines solchen aus einem Block herausgearbeiteten Saphirgehäuses benötigt laut Hersteller allein 40 Tage. Hinzu komme die Untersuchung der Tiefenstrukturen, um den exakten, von der Marke gewünschten Ton in Pink, Grün oder Blau zu erreichen. Die Vorbereitung der Fassung erfolgt per Laser auf den Tausendstel Millimeter genau. Allein dieser Vorgang benötigt die doppelte Zeit im Vergleich zu  Keramik oder Carbon TPT. In diese Vertiefungen werden handgefertigte Goldzinken eingelassen, welche die Diamantreihen zwischen den Gehäuseschrauben aufnehmen. Das skelettierte Werk besteht aus mikrogestrahltem Graugold bei den grünen und blauen Gehäuseversionen und 5N Rotgold bei der pinkfarbenen Version. Auch die Krone ziert ein Diamant. Der Rotor aus 18K Rotgold passt sich mit seinem wechselnden Trägheitsmoment den Gewohnheiten des Träger der Uhr an.  Preis auf Anfrage.


Dass auch auf Nachfrage für dieses Schmuckstück kein Preis genannt wird, enthebt mich der Notwendigkeit einer Bewertung. Hier entschwebt Luxus in eine Dimension, die für Normalsterbliche kaum mehr nachvollziehbar ist. Dennoch nötigt mir der Hersteller immer großen Respekt an. Denn Richard Mille verfolgt einen ins Absurde abdriftenden Qualitätsanspruch und das Setzen von Diamanten in ein Saphirglasgehäuse ist eine ingenieurtechnische Leistung, die man abseits ihrer Notwendigkeit würdigen muss. Und solange die gleichermaßen ins Absurde abdriftenden Preise bezahlt werden, dürfte betriebswirtschaftlich alles im Reinen sein.  Außerdem sage ich mir immer: es trifft ja keine Armen.