Zertifizierte Uhren aus Vorbesitz werden für Hersteller zum eigenen Geschäftsfeld. Audemars Piguet zieht jetzt nach und eröffnet mit »The Watch Keepers« eine digitale Plattform für Certified Pre-Owned, kurz CPO.
Der Start erfolgt in Europa und der Schweiz, weitere Regionen sollen schrittweise folgen. Die Manufaktur aus Le Brassus reagiert laut Hersteller auf die Nachfrage von Sammlern, die ihre Sammlung neu zusammenstellen wollen.
Prüfung, Bewertung und Lagerung beim Hersteller
Verkäufer beginnen mit einer Registrierung. Anschließend prüft die Plattform Seriennummer und Eigentumsnachweis online. Angenommen werden nur Uhren, deren Erstverkauf mindestens zwei Jahre zurückliegt.
Ein versicherter Kurierdienst transportiert sie in die Kundenservice-Werkstätten der Manufaktur. Dort authentifizieren die Uhrmacher jeden Zeitmesser, gleichen ihn mit den Archivregistern ab und beurteilen seinen Zustand. Auf dieser Grundlage entsteht ein Inserat mit Angaben, über die nur Audemars Piguet verfügt. Ein fünfstufiges Bewertungssystem erfasst den Zustand von Gehäuse, Zifferblatt und Armband.
Der Verkäufer entscheidet anschließend über den Verkauf zum Festpreis oder gibt seine Uhr in eine Auktion bei der er den Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst bestimmt. Die Uhr bleibt bis zum Verkaufsabschluss sein Eigentum und wird in den Räumlichkeiten der Manufaktur verwahrt.
Rund hundert Uhren sollen jederzeit im Angebot stehen, verteilt über Kollektionen und Epochen. Der Katalog ist für alle Kontoinhaber einsehbar. Käufer durchlaufen für Transaktionen dieselbe Registrierung wie Verkäufer. Ausgeliefert wird mit Echtheitszertifikat, einer zweijährigen Funktionsgarantie und einem Reiseetui.
Durch das Angebot führen digitale Avatare, die reale Teammitglieder originalgetreu nachbilden – sie sollen bei der Suche nach einer Uhr oder beim Einstellen eines Modells zur Seite stehen. Sämtliche Abläufe verantwortet der Hauptsitz in Le Brassus in enger Abstimmung mit den Servicezentren vor Ort.
Audemars Piguet geht beim Vorbesitz-Geschäft einen anderen Weg als Rolex: Dort verkaufen offizielle Händler geprüfte Uhren, hier läuft alles über eine Plattform der Manufaktur. Der Verkäufer bleibt Eigentümer der Uhr, bis ein Käufer gefunden ist. Das nähert sich dem Prinzip einer Plattform an, bis auf den physischen Sitz der Uhr. Als Leistung der Manufaktur kommt das Echtheits- und Zustandszertifikat hinzu. Das Erlösrisiko bleibt beim Verkäufer, der zudem auf den Verkaufserlös eine in der Pressemitteilung nicht näher bezifferte Kommission entrichten muss.
Dir gefallen die News und meine Einschätzungen: Wenn das so ist, sende ich sie dir auch gern bequem ins Postfach – als Post von Tom, kostenlos. Bitte schick mir Post





Hinterlasse einen Kommentar