Die Chronographengeschichte der Schweizer Uhrenmarke und Tudor begann im Jahr 1970. Die Rolex-Tochter stellte unter dem Namen Oysterdate ihren ersten  Chronographen mit Handaufzug vor. Das Werk war zugekauft. Es handelte sich um ein Valjoux 7734 mit Nockenschaltung.

Die Referenzen 7031, 7032 und 7033

Das Gehäuse war großzügig proportioniert und das Zifferblatt der Zeit entsprechend ungewöhnlich auffällig. Von diesem ersten Chronographen kamen zwei Varianten auf den Markt. Die Referenz 7031 verfügte über eine Lünette mit einer Plexiglas-Zahlenscheibe.

Darauf befand sich eine Tachymeterskala mit einer 500-Stufen-Graduierung. Damit lassen sich Durchschnittsgeschwindigkeiten je Stunde zwischen zwei definierten Punkte bestimmen. Die Referenz 7032 war mit einer Lünette aus ratiniertem Edelstahl versehen. In diese war ebenfalls eine Tachymeterskala eingraviert. Eine dritte Referenz besaß eine beidseitig drehbare Lünette mit einer Zahlenscheibe aus schwarz eloxiertem Aluminium und einer Zwölf-Stunden-Graduierung – diese kam über das Prototypenstadium allerdings nicht hinaus.

Fünfeckige Stundenindizes

Alle Referenzen waren mit grauen oder schwarzen Zifferblättern erhältlich. Auffällig waren die mit Leuchtfarbe beschichteten Stundenindizes. Sie hatten die Form eines Fünfecks, was den Modellen den Spitznamen »Homeplate« einbrachte, erinnerten sie doch an die gleichnamige Form auf einem Basketballfeld. Der Minutentotalisator des Chronographen maß die Zeit bis 45 Minuten. Ungewöhnlich gegenüber der sonst üblichen Einteilung in 30 Minuten.

Schon 1970 folgt die zweite Generation Chronographen

Schon 1971 folgte die zweite Generation der Tudor-Chronographen. Das Gehäuse dieser Serie 7100 war gleich geblieben. Als Uhrwerk kam das Valjoux-Kaliber 234 mit Handaufzug und Säulenradschaltung zum Einsatz. Die Zifferblätter erinnerten an eine Roulette-Scheibe und verhalfen ihr zum Spitznamen »Monte Carlo«.

Die Monte Carlo von Tudor besaß eine Säulenradschaltung.

Die Monte Carlo von Tudor besaß eine Säulenradschaltung.

Die Modellreihe wurde mit Zifferblättern in den Farben Blau und Grau und zwei verschiedene Lünetten in demselben Blauton angeboten. Die Modellreihe bestand wieder aus drei Chronographen. Referenz 7149/0, ausgestattet mit einer Lünette aus Plexiglas und einer Tachymeterskala mit 500-Stufen- Graduierung, löste im Katalog Referenz 7031/0 ab. Referenz 7159/0 mit satinierter Lünette in Edelstahl und eingravierter Tachymeterskala ersetzte Referenz 7032/0, während Referenz 7169/0 auf dem Prototypen 7033/0 mit drehbarer Lünette basierte.

1976 folgt der automatische Chronograph

Mit der Serie 9400 führte Tudor den automatischen Aufzug bei seinen Chronographen ein.  Die neuen Prince Oysterdate Uhren, deren Gehäuse die grundlegenden Züge der vorherigen Linien beibehielt, waren jedoch deutlich höher, um Platz für den Rotor zu schaffen. Das

Die Referenz 9430 von 1976 verfügt über einen Selbstaufzug.

Die Referenz 9430 von 1976 verfügt über einen Selbstaufzug.

verschaffte ihnen bei Sammlern der Spitznamen »Big Block«. Angetrieben wurden diese neuen Chronographen von dem Valjoux-Kaliber 7750. Sein Durchmesser war mit dem des Valjoux-Kalibers 234 mit Handaufzug identisch. Es war jedoch 1,5 Millimeter höher und verfügte über einen Chronographenmechanismus mit Nockensystem. Bedingt durch die Architektur des neuen Uhrwerks kam es zu einer Neuanordnung der Elemente auf dem Zifferblatt: Ein Stundentotalisator kam hinzu, die gesamte Totalisatorengruppe wurde auf die linke Seite verlagert und das Datumsfenster auf die Drei-Uhr- Position verschoben. Der Beiname »Big Block« hielt sich auch, als 1989 die Modelle der nur minimal modifizierten Folgeserie 79100 eingeführt wurden. Wie schon die Vorgänger bestand auch die Serie 9400 aus drei Referenzen, die sich – wie die »Big Block«-Modelle der Serie 79100 – durch ihre Lünette voneinander unterschieden. Auch wurden wieder verschiedene Zifferblätter angeboten.

1995 folgt die vierte Chronographen-Generation namens »Sapphire«

Mit der Einführung der Serie 79200 im Jahr 1995 wurde die Ästhetik der Prince Oysterdate aktualisiert und zeichnete sich nun durch seine abgerundeten Formen aus. In den folgenden Jahren wartete die vierte Generation der Tudor-Chronographen mit mehreren weiteren Designentwicklungen auf, unter anderem mit einem Saphirglas – daher der unter Sammlern verwendete Beiname –, Konfigurationen in Gold und Silber wie auch einem Lederband. Als Uhrwerk wurde das Valjoux-Kaliber 7750 mit Selbsaufzugsmechanismus in einer erheblich verbesserten Version beibehalten, insbesondere hinsichtlich der Ästhetik.

2010 kehrt der »Homeplate«-Chronograph zurück

Anlässlich des 40. Geburtstags des ersten Tudor-Chronographen präsentierte die Marke 2010 den Heritage Chrono.

Die Referenz 7033 von 1970 und ihre Neuinterpretation von 2010, die Referenz 70330N.

Die Referenz 7033 von 1970 und ihre Neuinterpretation von 2010, die Referenz 70330N.

Diese Neuinterpretation nahm sich die Referenz 7033 (ein Prototyp von 1970 mit drehbarer Lünette mit 12-Stunden- Graduierung) zum Vorbild. Details wie die abgerundeten, polierten Kanten der Bandanstöße, die polierten Nocken zum Schutz der Aufzugskrone und die Rändelung der drehbaren Lünette und der Drücker gehören dazu.

2013 wurde eine neue Version dieses Modells mit einem Zifferblatt mit blauen Akzenten präsentiert, der Heritage Chrono Blue. Neben der Farbe war dieses Modell außerdem mit einem Zifferblatt ausgestattet, das von der zweiten, 1971 eingeführten Generation von Tudor-Chronographen mit dem Beinamen »Monte-Carlo« inspiriert wurde. 

Der erste Tudor-Chronograph mit Keramikgehäuse

Ebenfalls im Jahr 2013 erschien mit der »Fastrider« und ihrem Monoblock-Gehäuse der erste Tudor-Chronograph aus Hightech-Keramik. Ursprünglich in einer Konfiguration in Schwarz mit roten Stundenindizes oder in Schwarz mit bronzefarbenen Stundenindizes angeboten, war die Fastrider Black Shield später auch in Schwarz mit weißen Stundenindizes erhältlich.

Die Blackshield war eine Variante der Fastrider in Schwarzweiss-Optik.

Die Blackshield war eine Variante der Fastrider in Schwarzweiss-Optik.

Bei ihrem mechanischen Uhrwerk mit Selbstaufzugsmechanismus handelte es sich um das Kaliber 7753. Das Band des neuen Modells war entweder in mattschwarzem Leder mit weißen Nähten oder in schwarzem Kautschuk erhältlich.

2017 erhält der Black Bay Chronograph ein Manufakturwerk

Mit der Black Bay Chrono verbindet Tudor 2017 das Erbe der Taucheruhren mit dem der Chronographenfunktion. Besondere Aufmerksamkeit zog jedoch bei der Neuvorstellung das Werk auf sich.

Das Chronographenmanufakturwerk MT5813 basiert auf dem Chronographenkaliber B01 von Breitling, besitzt jedoch ein eigenes Regulierorgan auf Silizumbasis. Es bietet nach Vollaufzug eine Gangreserve von 70 Stunden und ist ein von der schweizerischen COSC amtlich geprüfter Chronometer.