Mit der Freak S Howlite bietet Ulysse Nardin zum 25. Jahrestag des Freak ein Sondermodell, das Ulysse Nardin ausschließlich in Nordamerika anbieten wird; die Auflage ist auf 15 Exemplare begrenzt.
Die Freak kam 2001 ohne Zifferblatt, ohne Zeiger und ohne Krone aus – das Werk selbst übernahm die Anzeige. Diese Architektur und der frühe Einsatz von Silizium stellten die Konventionen des klassischen Uhrmacherhandwerks infrage. Die Kollektion beruht laut Hersteller auf 35 Patenten und 17 Kalibern.
2023 zeichnete die Jury des Grand Prix d’Horlogerie de Genève die Freak One mit dem Iconic Watch Prize aus. Beim neuen Modell bildet das Manufakturkaliber UN-251 mit 373 Bauteilen die Anzeige. Der fliegende Karussell-Aufbau dreht sich einmal in 60 Minuten um die eigene Achse; die Minuten erscheinen an der Spitze der baguetteförmigen Struktur.
Darunter rotiert eine Stundenscheibe, die in zwölf Stunden eine Umdrehung vollzieht und erstmals aus Howlit gefertigt ist – einem weißen Mineral mit grauen bis schwarzen Äderungen, das 1868 in der kanadischen Provinz Nova Scotia entdeckt wurde und nach dem Chemiker Henry How benannt ist. Zwei übergroße Oszillatoren aus Silizium sind um zwanzig Grad geneigt; sie tragen Siliziumunruhen und Diamonsil-Hemmungen, einer 2007 patentierten Kombination aus Silizium und Diamant.
Verbunden sind die beiden Unruhen über ein vertikales Differential aus 47 Teilen mit sechs Keramikkugellagern, das ihre Gangwerte mittelt und das laut Hersteller kleinste Bauteil dieser Art ist. Das Räderwerk erstreckt sich über sechs Ebenen statt der in konventionellen Werken üblichen zwei; etwa 95 Prozent der Bauteile sind in Bewegung. Die Endmontage übernimmt ein einzelner Uhrmacher der Abteilung Grandes Complications am Sitz in Le Locle. Zehn Siliziumkomponenten aus eigener Fertigung kommen im Werk zum Einsatz, produziert bei Sigatec, dem Siliziumlabor von Ulysse Nardin in Sion.

Die kronenlose Freak S wird über die Lünette eingestellt. Die Howlite-Version ist auf 15 Exemplare limitiert.
Die Diamonsil-Hemmung ist laut Hersteller auf mehr als 150 Millionen Impulse pro Jahr ausgelegt; die Unruhen schwingen mit zweieinhalb Hertz, also 18.000 Halbschwingungen in der Stunde. Als Automatikaufzug dient das 2017 mit dem Konzept Freak Innovision 2 gezeigte Grinder-System: Weil eine Krone fehlt, dreht der Träger nach dem Umdrehen der Uhr den Gehäuseboden gegen den Uhrzeigersinn und speist so das Federhaus.
Die Gangautonomie beträgt 72 Stunden. Das Gehäuse aus grauem Titan misst 45 mm im Durchmesser bei 16,65 mm Gesamthöhe; die Zeit stellt über eine bidirektionale Lünette ein, deren Sicherung bei sechs Uhr entriegelt wird. Hinten und vorn schützt Saphirglas die Mechanik. Die Wasserdichtheit beträgt drei Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 30 Metern Tiefe.
Für die Stundenscheiben wurde das Rohmaterial in Kanada gewonnen und in der Schweiz per Kernbohrung und Drahtsäge zu dünnen Scheiben getrennt; rund 60 Prozent davon wurden aussortiert, bevor die Scheiben abschließend auf das erforderliche Maß gebracht, poliert und mit einem Schutzlack versehen wurden. Ein weißes Kautschukarmband mit ballistischer Textur und eine Faltschließe aus Titan komplettieren die Uhr.
Technische Spezifikationen | Ulysse Nardin Freak S Howlite
| ⌚ Gehäuse | Graues Titangehäuse inklusive Sicherung, Lünette und Boden; Durchmesser 45 mm; Gesamthöhe 16,65 mm (optisch 13,66 mm) |
|---|---|
| 💧 Wasserdichtheit | 3 Bar, das entspricht dem statischen Prüfdruck von 30 Metern Tiefe |
| 🔍 Glas | Saphirglas vorn, offener Gehäuseboden ebenfalls aus Saphirglas |
| 🕐 Anzeige | Stunden, Minuten; Stundenscheibe aus Howlit, Minutenanzeiger an der Spitze des fliegenden Karussells |
| 🔄 Aufzug | Automatik, Grinder-System; Aufziehen über drehbaren Gehäuseboden |
| ⚙️ Kaliber | UN-251, Manufakturwerk; 373 Bauteile; zwei um zwanzig Grad geneigte Oszillatoren mit Siliziumunruhen; Diamonsil-Hemmungen; vertikales Differential (47 Teile, sechs Keramikkugellager); Räderwerk auf sechs Ebenen |
| ⏱️ Frequenz | 2 × 2,5 Hz (2 × 18.000 Halbschwingungen in der Stunde) |
| 🔋 Gangautonomie | 72 Stunden |
| 💎 Lagersteine | 33 |
| ✨ Veredelung | Endmontage durch einen Uhrmacher der Abteilung Grandes Complications; zehn Siliziumbauteile aus der Sigatec-Fertigung in Sion |
| 🪢 Band | Weißes Kautschukarmband mit ballistischer Textur; Faltschließe aus Titan |
| 🏷️ Auflage | 15 Exemplare, exklusiv für Nordamerika |
| 🔢 Referenz | 2513-500LE-9A-HOW/3A |
| 💶 Preis | 190.700 US-Dollar |
Mineralzifferblätter sind zurzeit ein auffälliger Microtrend. Die unregelmäßigen Strukturen sollen die Uhren zu Einzelstücken machen. Das hat die Freak mit ihrer einzigartigen Konstruktion meines Erachtens gar nicht nötig. Das weiße Stundenblatt wirkt unspektakulär und das weiche Material ist nicht sehr exklusiv. Rolex hatte es bereits 1998 bei der Day-Date Referenz 18238 in Verwendung. Bleibt die Limitierung und regionale Beschränkung als Kaufargument. Letztere dürfte für engagierte Sammler kein Hindernis sein.







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